Aufzuchtversuch Nr. 2

Derzeit sind wieder beide Amano-Weibchen eiertragend. Die eine müsste jeden Moment ihre Larven entlassen. Vielleicht habe ich ja diesmal mehr Glück. Sobald die Larven im Wasser schwimmen, werde ich wieder so viele wie möglich absaugen. Die Salzpfütze, in der die anderen Larven gestorben sind, steht hier immer noch mit Salz; dort sind schon einige Algen gewachsen. Sobald ich die Larven abgesaugt habe, werde ich die alte Salzbrühe komplett wegschütten und die Larven mit dem Aquarienwasser in das Gefäß schütten und neu aufsalzen

Für die Larven des zweiten Weibchens habe ich bereits eine durchsichtige Plastikbox gekauft, in der sich derzeit ein paar Wasserflöhe als Tester tummeln. Ich gehe mal davon aus, dass wenn die Wasserflöhe die nächsten drei oder vier Wochen überleben, dass die Box dann unschädlich für Wirbellose ist und werde die Larven dort einsetzen.

Plastikbox

Plastikbox

13.06.2008
Beide Amano-Weibchen sind immer noch eiertragend. Eine der Damen müsste eigentlich so langsam fällig sein. Ich warte jedenfalls mit Spannung. Heute war ich die Einrichtung fürs Kinderzimmer kaufen: 2 kg Meersalz und Liquizell.

In der Zoohandlung hat man mir geraten, dass Wasser nach dem Aufsalzen ein bis zwei Tage stehen zu lassen und danach erst Lebewesen einzusetzen. In einer der Aufzuchtpfützen werde ich das wohl mal versuchen.

Bleibt nur noch zu hoffen, dass sie die Larven nicht ausgerechnet morgen entlässt, da bin ich nämlich den ganzen Tag nicht da. Bis abends sind die vermutlich alle im Filter und in den Bäuchen der Perlhuhnbärblinge gelandet.

09.07.2008
Kurz nachdem das Licht im Aquarium ausging, hat heute eines der Amano-Weibchen seine Larven entlassen. Wir haben den Filter ausgeschaltet, das Wohnzimmer völlig abgedunkelt und die Larven mit einer Taschenlampe angelockt und dann abgesaugt.

Jetzt schwimmen sie in einer 13-Liter-Plastikbox und bekommen Sauerstoff zugeführt, außerdem habe ich 0,5 ml Liquizell „gefüttert“.
In einem Eimer Aquarienwasser habe ich 300 Gramm Meersalz aufgelöst. Das Salzwasser wird morgen dazugeschüttet.

Tag 1
Heute Morgen lebten die Larven noch. Ich habe dann mit einem Becher nach und nach das Salzwasser zugegeben. Da das Salz nicht vollständig gelöst war (hatte gestern Abend vergessen umzurühren), ist das Wasser jetzt milchig trüb. Gerade eben habe ich nochmal nachgesehen: Die Larven leben noch.
Abends habe ich noch einmal 0,5 ml Liquizell gefüttert.
Somit bin ich schonmal weiter als beim letzten Versuch. :-)

Tag 2
Ich kann’s kaum glauben, aber die Larven sind immer noch munter. Ob sie weniger geworden sind, kann ich allerdings nicht beurteilen. Die Kunststoffbox, in der sie leben, ist leider nicht glasklar und zählen kann man die sowieso nicht. Aber es sind einige, die stets an der rechten, dem Fenster zugewandten Seite der Plastikbox rumzucken.
Auch heute habe ich wieder 0,5 ml Liquizell gefüttert.
Ich füttere immer abends und am nächsten Morgen kann man noch die leichte Grünfärbung des Wassers erkennen. Bis zum Abend ist diese Grünfärbung weg. Also nehmen sie die Nahrung auf.

Tag 3
Die Larven sind immer noch lebendig. Heute gab es 1 ml Liquizell.
Mein erster Gang morgens ist die Kontrolle der Larven, ebenso mein letzter abends. Von den zahlreichen Kontrollen dazwischen will ich gar nicht reden. Ich falle mir langsam schon selbst auf die Nerven damit. ;-)
Ich habe heute mal ein Photo von meinem Zuchtbehälter gemacht:

Plastikbox zur Amanoaufzucht

Plastikbox zur Amanoaufzucht

Die Box stand hier vorher ein paar Wochen mit Wasser und Wasserflöhen rum. Ganz neu ist sie also nicht, eigentlich müssten sich Bakterien an den Wänden angesiedelt haben. Außerdem habe ich ausschließlich Wasser aus dem Aquarium verwendet. Was ich jedoch nicht weiß, ob den Bakterien das egal ist, ob sie in Süß- oder Salzwasser leben.

Tag 4
Die Larven leben tatsächlich noch. Und nicht nur das, ich meine sogar, dass sie schon etwas gewachsen sind!
Heute gab es nochmal 1 ml Liquizell. Laut den Logemännern sollte es ab morgen Spirulina geben. Ich habe auch Pulver da, bin mir aber über Mischungsverhältnis Wasser/Pulver noch nicht ganz schlüssig.

Tag 5
Den Larven geht es gut. Sie sind nicht nur gewachsen, sie sind auch nicht mehr so durchsichtig.
Heute war ich in der Zoohandlung und habe das Wasser testen lassen. Nitrit, Nitrat und Phosphat sind nicht nachweisbar. Ich habe mir für die Kontrolle hier zuhause Teststreifen mitgenommen. Dass die nicht das Gelbe vom Ei sind, weiß ich selbst, aber um jeden Morgen auf Nitrit und Nitrat zu testen, reichen die erstmal.
Gefüttert habe ich heute wieder 1 ml Liquizell.
Außerdem habe ich meine kleinen Schützlinge heute photographiert. Das ist nicht ganz einfach, denn die halten ja gar nicht still. Makro-Aufnahme mit 1600 ISO, trotzdem noch etwas unscharf:

Amanolarven, 5 Tage alt

Amanolarven, 5 Tage alt

Tag 6 – 8
So lange es nichts Besonderes zu berichten gibt, sind täglich Einträge nicht notwendig. Es ist noch alles beim Alten.
Am Tag 6 gab es nochmal 0,5 ml Liquizell, Tag 7 wurde nicht gefüttert, heute gab es Spirulina.
Da noch kein Nitrit im Becken messbar war, habe ich auch noch keinen Wasserwechsel vorgenommen.

Tag 9 und 10
Die leben tatsächlich noch!
Ich füttere nach wie vor mit Liquizell und Spirulina. Allerdings stinkt dieses Spirulina-Zeugs fürchterlich, das ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich damit meine Wasserflöhe fütterte.

Tag 11 – 13
Heute Morgen war ich geschockt: Fast alle Larven schienen auf dem Boden des Beckens zu liegen. Beinahe hätte ich den Versuch aufgegeben, dachte mir aber, ich lasse die übriggebliebenen noch etwas leben und warte ab, was passiert. Nitrit nach wie vor nicht nachweisbar, die einzige Erklärung wäre vielleicht die Kälte gewesen, da das Becken unbeheizt ist und hier vergangene Nacht die Temperaturen nicht über 10°C lagen.
Heute Nachmittag wollte ich mir das Drama genauer ansehen und holte die Salzwasserbox von ihrem Platz auf den Wohnzimmertisch. (Normalerweise steht sie zur Zeit unter meinem Aquarientisch.) Ich traute meinen Augen nicht, die morgens am Boden liegenden Larven waren verschwunden! Stattdessen waren sie im ganzen Becken unterwegs, weideten an den Scheiben die Algen ab und zuckten ziemlich munter durch die Gegend.
Ich habe dann gleich noch ein paar Photos gemacht. Sie sind deutlich gewachsen und dunkler geworden. Außerdem kann man mittlerweile sehr gut die Augen erkennen:

Amano-Larven, 13 Tage alt

Die Qualität des Bildes ist nicht sehr gut, aber ich denke, man kann etwas erkennen.
Gefüttert wird immer noch mit Liquizell, 1 ml täglich.

Tag 14 – 16
Die Larven sind deutlich weniger geworden, dennoch sind es immer noch recht viele. Sie haben es endgültig aufgegeben nur noch – wie die ersten Tage – an der vorderen Scheibe auf und ab zu schwimmen, stattdessen sind sie im ganzen Becken unterwegs, weiden die Scheiben ab oder lassen sich von der Strömung treiben. Wenn man genau hinsieht, erkennt man winzige Schwanzflossen.
Allerdings kann man nicht – wie im Logemann-Zuchtbericht zu diesem Zeitpunkt vorgesehen – eine rot/braune Färbung der Larven erkennen. Daher ist es fraglich, ob sie sich überhaupt noch weiter entwickeln werden. Andererseits könnte die Entwicklung auch aufgrund der niedrigen Temperaturen in letzter Zeit etwas verlangsamt sein.
Ich warte einfach ab und füttere weiter Liquizell.

Tag 17 und 18
Sie werden deutlich weniger aber auch größer. Die Entwicklung lässt sich auf den Makro-Aufnahmen am Bildschirm wesentlich besser erkennen als mit bloßem Auge. Allerdings sagen die Logemänner, dass entweder (fast) alle oder keine durchkommen. Ab dem 25. Tag weiß ich mehr, denn dann sollten die ersten fertigen Garnelen im Becken unterwegs sein. Warten wir also die nächste Woche noch ab.
Noch ein aktuelles Bild von heute, auf dem man auch – trotz Unschärfe – die Schwanzflosse erkennen kann:

Amano-Larven, Tag 18

Amano-Larven, Tag 18

Tag 19 – 23
Irgendwie kann ich noch nicht so ganz glauben, dass aus den wenigen verbliebenen Larven in den nächsten Tagen schon kleine Garnelen werden sollen. Meine Zweifel, dass aus diesem Zuchtversuch auch nur eine einzige Garnele hervorgehen wird, werden immer größer. Aber ich mache trotzdem weiter und warte einfach ab.
In dem Becken haben sich eigenartige „Fäden“ gebildet, die vom Aussehen her an Spinnenfäden oder sowas erinnern. Keine Ahnung, was das sein könnte. Ich habe ein Photo gemacht:

Amano-Aufzucht, Tag 23

Amano-Aufzucht, Tag 23

Das unscharfe helle Ding in der Bildmitte ist übrigens eine der Larven.
Vor zwei Tagen hat wieder eines der Weibchen seine Larven freigelassen. Aber ich habe es zu spät bemerkt und nur noch eine handvoll rausfischen können. Da es höchstens 10 – 15 Stück sind, lohnt sich ein weiterer Versuch damit nicht. Ich warte, bis das Weibchen aus diesem Versuch seine Larven wieder freilässt, was nicht mehr lange dauern kann, und versuche es mit diesen erneut.

Tag 24 und 25
Eigentlich hätte ich heute kleine, fertige Garnelen im Becken vorfinden sollen. Stattdessen ist gar kein Leben mehr zu finden – abgesehen von Algen.
Woran es liegt, weiß ich nicht. Vorgestern waren auf jeden Fall noch ein paar Larven zu finden. Nitrit ist nicht nachweisbar, daran lag es also nicht. Genug zu fressen gab es auch. Ich bin völlig ratlos.
Sicherheitshalber bleibt die Pfütze mit Wasser gefüllt stehen, falls ich doch etwas übersehen habe.
Außerdem habe ich den bereits erwähnten ca. 10 – 15 Larven von dem anderen Weibchen heute Salz ins Wasser gegeben. Ich hoffe, dass Weibchen Nr. 1 ebenfalls in den nächsten Tagen die Larven entlässt, damit die dazu können.
Ich werde es auf jeden Fall wieder und wieder versuche, bis ich meine erste selbstgezogene Amanogarnele im Becken habe.

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