Wasseraufbereiter I

Das ist ein viel diskutiertes Thema in Foren, in der Regel sagt man, der bringe nichts außer Geld in die Kassen der Hersteller und Händler.

Ich habe mir gestern wieder Wasseraufbereiter für mein 84er gekauft um einen Test durchzuführen. Meine Limnophila, die ich anfangs für eine Cabomba hielt, wuchs Wochen und Monate gar nicht bei mir, ging aber auch nicht ein. Die Pflanze blieb völlig unverändert.

Anlässlich eines Aquarianer-Smalltalks mit einer Bekannten, der ich auch schon ein paar Red-Fire-Garnelen aufschwatzte, erzählte mir diese, nachdem sie sich mein Genöle über schlechten Pflanzenwuchs im beschissenen Krefelder Wasser anhören durfte, dass in ihrem Aquarium die Pflanzen wunderbar wachsen würden – trotz Krefelder Wasser, ohne CO2, ohne Verschneiden oder sonstwas. Wöchentlicher Wasserwechsel plus Zugabe von Wasseraufbereiter und alles fluppt. Aha, Wasseraufbereiter, hm. Da ich davon noch ein Fläschchen im Schrank stehen hatte, probierte ich es einfach aus. Auch wenn es nichts nützt, konnte ich damit wenigstens keinen Schaden anrichten. Und siehe da, meine Limnophila, die ich zu diesem Zeitpunkt immer noch für eine zickige Cabomba hielt, wuchs und gedieh auf einmal! Erst zwar noch etwas zögerlich, aber innerhalb von zwei bis drei Wochen hatte ich relativ stattliche Pflänzchen, die bis zur Oberfläche wuchsen und einen Durchmesser von 4 – 5 cm erreichten. Donnerwetter!

Ich tat also fortan bei jedem Wasserwechsel eine kleine Dosis von dem Wasseraufbereiter ins Aquarium und alle waren glücklich und zufrieden. Irgendwann jedoch war die Flasche mit der Wunderchemie leer. Was tun? Ich dachte mir, dass meine Limnophila, von der ich zu diesem Zeitpunkt endlich wusste, dass sie keine Cabomba ist, mittlerweile wohl gelernt hat, was sie tun soll. Schließlich war sie durch meine Vermehrungsbestrebungen zu einem kräftigen Busch herangewachsen. Erstmals in meiner langjährigen Karriere als Aquarianer hatte ich eine Pflanze, die so dicht wuchs, dass man die Rückwand nicht mehr sehen konnte! Ich beschloss, dass sie künftig auf den Wasseraufbereiter verzichten muss. Damals wusste ich natürlich noch nicht, dass ich diese Entscheidung heute bereue.

Von meiner tollen Limnophila ist heute kaum mehr übrig als von dem einst so tollen Haar meines Mitbewohners: ein paar lichte Stengelchen, nur noch kurze Fransen, mit einem Wort nichts Schönes. Zunächst hatte ich meinen Besatz in Verdacht, dass er aus Langeweile oder gar Hunger – was ich mir bei meinen Fütterungsgewohnheiten aber weiß-Gott-nicht vorstellen kann – an der Ex-Cabomba rumgezupft hat. Jedoch sehen die Blätter nicht angefressen aus, sondern einfach nur extrem kurz. Und etwas blass sind sie obendrein, da hilft auch kräftige Düngung nichts, darüber freuen sich nur die Pinselalgen.

So habe ich denn wieder Wasseraufbereiter gekauft und damit meinen bescheidenen Beitrag zur Gewinnmaximierung eines Herstellers und eines Händlers geleistet.

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Ein Kommentar zu Wasseraufbereiter I

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